Führung im Übergang – Orientierung geben, ohne Druck aufzubauen
22. Dezember 2025
Liebe Leserinnen und Leser,
die Tage zwischen den Jahren fühlen sich anders an. Der Kalender wird leerer, Gespräche werden leiser und der Blick richtet sich weniger nach außen als nach innen. Genau diese Zeit wird in vielen Organisationen unterschätzt. Dabei ist sie für Führungskräfte von besonderer Bedeutung.
Denn Führung heißt in diesen Tagen nicht, neue Themen zu setzen oder Dynamik zu erzeugen. Führung heißt, Tempo herauszunehmen, Orientierung zu halten und sich selbst bewusst zu erlauben, ebenfalls einen Gang zurückzuschalten.
In diesem Newsletter erfährst du, warum es gerade jetzt Führungsstärke ist, selbst runterzufahren und wie diese Haltung Sicherheit und Klarheit im Team erzeugt.
Zwischen den Jahren führen heißt Raum halten
Viele Mitarbeitende sind gedanklich bereits im neuen Jahr. Andere sind noch mit dem alten beschäftigt. Diese Zwischenphase ist emotional und organisatorisch diffus. Wer hier Druck aufbaut, erzeugt Unruhe. Wer Ruhe ausstrahlt, schafft Stabilität.
Unternehmen wie SAP oder Allianz nutzen diese Zeit bewusst für Entlastung. Interne Kommunikation wird reduziert, Meetings werden vermieden und Führungskräfte signalisieren klar, dass diese Tage nicht für Höchstleistung gedacht sind, sondern für Abschluss und Übergang.
Diese Haltung wirkt. Sie schafft Vertrauen und senkt unterschwelligen Stress.
Warum Führungskräfte jetzt selbst runterfahren dürfen und sollten
Führungskräfte sind Vorbilder, auch in ihrem Umgang mit Belastung. Wer in dieser Phase permanent erreichbar bleibt, sendet ein klares Signal. Erholung ist optional.
Wer hingegen bewusst entschleunigt, sendet eine andere Botschaft. Pause ist erlaubt. Rückzug ist Teil von Verantwortung.
Studien der Harvard Business School zeigen, dass Führungskräfte, die selbst Erholungsphasen sichtbar einhalten, langfristig resilientere Teams führen und weniger krankheitsbedingte Ausfälle erleben.
So gestaltest du Führung zwischen den Jahren wirksam
1. Tempo reduzieren
Verschiebe alles, was nicht zwingend in diese Woche gehört. Zwischen den Jahren entsteht keine strategische Exzellenz, sondern innere Ordnung.
2. Erreichbarkeit klären
Kommuniziere klar, wann du erreichbar bist und wann nicht. Unklarheit erzeugt mehr Druck als Abwesenheit.
3. Erwartungen runterfahren
Erlaube bewusst einen ruhigeren Arbeitsmodus. Das nimmt Druck und erhöht die Qualität dort, wo gearbeitet wird.
4. Selbstfürsorge sichtbar machen
Wenn du selbst Pausen nimmst, legitimierst du sie für andere. Führung wirkt hier leise, aber stark.
5. Übergang markieren
Ein kurzer Impuls zum Jahreswechsel reicht. Kein Kick off, kein Aktionsplan. Nur Orientierung.
Beispiel aus der Praxis: Jahreswechsel bei SAP
SAP kommuniziert seit Jahren klar, dass die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr nicht für operative Spitzenleistung gedacht sind. Führungskräfte sind angehalten, diese Phase bewusst ruhig zu gestalten, interne Termine zu vermeiden und Erreichbarkeit transparent zu regeln.
Das Ergebnis zeigt sich im Januar. Teams starten fokussierter, weniger erschöpft und mit höherer emotionaler Stabilität ins neue Jahr.
Konkrete To-Dos für die KW 52
✅ Prüfe deinen Kalender und streiche alles, was nicht zwingend nötig ist.
✅ Kommuniziere deine Erreichbarkeit klar und verbindlich.
✅ Ermutige dein Team, ebenfalls Tempo rauszunehmen.
✅ Verzichte bewusst auf neue Themen und Projekte.
✅ Nimm dir selbst Zeit für Reflexion und Erholung.
Ressourcen
Harvard Business Review: Why Leaders Need Real Breaks
Gallup Report: Wellbeing at Work
Daniel Goleman: Emotionale Intelligenz
Wenn du Führung in deinem Unternehmen gesünder und nachhaltiger gestalten möchtest, begleite ich dich gern mit Formaten zu Selbstführung, Klarheit und wirksamer Entlastung. Schreib mir gern an info@tul-consulting.de oder ruf mich an unter 0172 787 4753.
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Dein Christian Brink